Peptide sind kurze, durch Peptidbindungen verbundene Aminosäureketten. Im Körper erfüllen sie Signal- und Strukturfunktionen, und in Kosmetik werden sie als Wirkstoffe eingesetzt, die die Regeneration und Spannkraft der Haut unterstützen. Dieser Artikel erklärt die Grundlagen — was Peptide sind, wie sie sich von Aminosäuren, Proteinen und Kollagen unterscheiden und wie sie in der Hautpflege eingesetzt werden.
Ein Peptid ist ein Molekül aus mindestens zwei durch eine Peptidbindung verbundenen Aminosäuren. Je nach Anzahl der Aminosäuren in der Kette werden unter anderem unterschieden:
Die Handelsnamen vieler kosmetischer Peptide enthalten Informationen zur Kettenlänge — z.B. Palmitoyl Tripeptide-1 (drei Aminosäuren) oder Acetyl Hexapeptide-8 (sechs Aminosäuren).
Aminosäuren sind die einzelnen „Bausteine" — die kleinsten Struktureinheiten, aus denen Peptide und Proteine bestehen. Ein Peptid ist bereits eine Verbindung mehrerer Aminosäuren in einer bestimmten Reihenfolge, die ihm eine definierte Struktur und biologische Funktion verleiht. Vereinfacht gesagt: Eine Aminosäure ist ein Buchstabe, ein Peptid ist ein kurzes Wort aus diesen Buchstaben, und ein Protein (wie Kollagen) ist ein langer Satz oder Absatz.
Dieser Unterschied hat kosmetische Bedeutung: Einzelne Aminosäuren wirken in Kosmetik hauptsächlich feuchtigkeitsspendend (als Bestandteil des natürlichen Feuchthaltefaktors der Haut, NMF), während Peptide — dank ihrer Struktur — eine Signalfunktion erfüllen können, die Hautzellen zu bestimmten Handlungen „anweist".
Kollagen ist ein Strukturprotein aus sehr langen Aminosäureketten (Hunderte bis Tausende von Aminosäureresten), das der Haut Festigkeit und Spannkraft verleiht. In Kosmetik verwendete Peptide sind meist deutlich kürzer als vollwertige Proteine — ein Grund dafür, dass sie leichter die epidermale Barriere durchdringen und die lebenden Hautschichten erreichen können.
Kollagenpeptide entstehen genau durch Hydrolyse (Aufspaltung) von Kollagen in kürzere Fragmente — mehr zu diesem Phänomen im Artikel Bioaktive Meerespeptide, wo wir es am Beispiel von Fischkollagen beschreiben.
In Kosmetik verwendete Peptide entstehen hauptsächlich auf zwei Wegen:
Beide Wege führen zu Molekülen ähnlicher Größe und ähnlicher Fähigkeit, in die Haut einzudringen, unterscheiden sich jedoch in der Rohstoffherkunft und der Art, wie die spezifische Aminosäuresequenz gewonnen wird.
Kosmetische Peptide werden meist in mehrere funktionale Hauptkategorien eingeteilt:
Einen vollständigen Überblick über alle Kategorien mit Beispielen und Wirkmechanismen finden Sie im Hauptratgeber: Peptide in Kosmetik — ein vollständiger Ratgeber →
Die Beliebtheit von Peptiden in Kosmetik ergibt sich aus mehreren Faktoren:
Datum der Inhaltserstellung: August 2026.